Apple Nachlasskontakt erklärt: Worauf Ihre Familie zugreifen kann (und worauf nicht)
Mit Apples Nachlasskontakt können Menschen, denen Sie vertrauen, nach Ihrem Tod auf Ihre iCloud-Daten zugreifen. Er ist kostenlos, in wenigen Minuten eingerichtet, und alle, die ein iPhone nutzen, sollten darüber nachdenken. Aber er gibt nicht alles weiter, und die größte Lücke überrascht die meisten.
So funktioniert der Nachlasskontakt
- Sie wählen einen oder mehrere Nachlasskontakte in den Einstellungen Ihres Apple Accounts.
- Jeder erhält einen Zugriffsschlüssel. Sie können ihn über Nachrichten senden oder ausdrucken und bei Ihren wichtigen Unterlagen aufbewahren.
- Nach Ihrem Tod beantragt ein Nachlasskontakt bei Apple Zugriff, mit dem Zugriffsschlüssel und einer Kopie Ihrer Sterbeurkunde.
- Apple prüft den Antrag. Nach der Genehmigung erhält Ihr Nachlasskontakt einen speziellen Account, um für begrenzte Zeit auf Ihre Daten zuzugreifen. Danach werden der Account und seine Daten gelöscht.
Worauf Ihr Nachlasskontakt zugreifen kann
- In iCloud gespeicherte Fotos und Videos
- Nachrichten, Notizen und Dateien in iCloud Drive
- Kontakte und Kalender
- In iCloud gespeicherte App-Daten und Gerätebackups
Worauf nicht
- Im iCloud-Schlüsselbund gespeicherte Passwörter. Das ist die große Lücke: Die Zugangsdaten für E-Mail, Onlinebanking, Abos und alle anderen Websites, die Sie nutzen, werden nicht übergeben.
- Zahlungsinformationen, die in Ihrem Apple Account hinterlegt sind.
- Gekaufte Medien wie Filme, Musik und Bücher.
Außerdem greift der Nachlasskontakt erst nach Ihrem Tod und nur mit Sterbeurkunde. Er hilft nicht, wenn Sie noch leben, aber Ihre Angelegenheiten nicht mehr selbst regeln können.
So richten Sie es ein
- Öffnen Sie auf Ihrem iPhone Einstellungen und tippen Sie auf Ihren Namen.
- Tippen Sie auf Anmelden und Sicherheit und dann auf Nachlasskontakt.
- Tippen Sie auf Nachlasskontakt hinzufügen und wählen Sie eine Vertrauensperson.
- Geben Sie den Zugriffsschlüssel weiter, oder drucken Sie ihn aus und bewahren Sie ihn bei Ihrem Testament oder Ihren wichtigen Unterlagen auf.
Erklären Sie der gewählten Person, worum es geht und wo der Schlüssel liegt. Ein Nachlasskontakt, der nichts davon weiß, kann nicht helfen.
So schließen Sie die Lücken
- Passwörter: Bewahren Sie sie dort auf, wo sie weitergegeben werden können, etwa in einem Passwortmanager mit Notfallzugriff oder einem verschlüsselten Tresor, statt auf einer Papierliste.
- Konten außerhalb von Apple: Richten Sie den Kontoinaktivität-Manager von Google ein, wenn Sie Google nutzen, und erstellen Sie eine Liste Ihrer anderen wichtigen Konten.
- Abos und Zahlungen: Listen Sie sie auf, damit Ihre Familie sie kündigen kann.
- Ihre Wünsche: Schreiben Sie auf, was aufbewahrt, geteilt oder gelöscht werden soll.
Häufige Fragen
Kann mein Nachlasskontakt meine Daten sehen, solange ich lebe?
Nein. Zugriff wird erst gewährt, nachdem Apple Ihren Tod bestätigt hat.
Ist der Nachlasskontakt dasselbe wie die Familienfreigabe?
Nein. Die Familienfreigabe teilt Käufe und Abos zu Lebzeiten. Beim Nachlasskontakt geht es um den Zugriff auf Ihre Daten nach Ihrem Tod.
Kann ich meinen Nachlasskontakt ändern?
Ja. Sie können einen Nachlasskontakt jederzeit in denselben Einstellungen entfernen, und sein Zugriffsschlüssel funktioniert dann nicht mehr.