Checkliste digitaler Nachlass: Was Sie für Ihre Familie vorbereiten sollten
Nach einem Todesfall verbringt die Familie oft Monate damit, überhaupt herauszufinden, welche Konten, Abos und Verträge es gibt. Ein digitaler Nachlassplan muss nicht kompliziert sein: Er ist eine Liste dessen, was Sie haben, wer Zugriff bekommen soll und was geschehen soll. Erstellen Sie Ihren mit dieser Checkliste. Sie können diese Seite ausdrucken.
1. Geräte
- Ihr Handy, Computer und Tablet, und wo sie aufbewahrt werden.
- Wie man sie entsperrt, oder wer es bereits weiß.
- Eventuelle Hardware-Sicherheitsschlüssel oder Authentifizierungsgeräte.
2. E-Mail-Konten
- Jede E-Mail-Adresse, die Sie nutzen, auch alte, die noch Post empfangen.
- Backup-Codes für die Zwei-Faktor-Authentifizierung.
- Warum das wichtig ist: Mit der E-Mail lässt sich fast jedes andere Konto zurücksetzen.
3. Geld und Versicherungen
- Bankkonten, Ersparnisse, Altersvorsorge und Geldanlagen: Institut und Kontoart. Die Nachlassverwaltung regelt diese über das Todesfallverfahren des jeweiligen Instituts.
- Versicherungen: Leben, Wohngebäude und Hausrat, Kranken, Reise.
- Kredite, Hypotheken und Kreditkarten.
- Eventuelle Kryptowährungen, mit klaren Anweisungen, wo die Schlüssel oder Wiederherstellungsphrasen liegen und wie man sicher darauf zugreift.
4. Abos und regelmäßige Zahlungen
- Streaming, Software, Zeitungen, Fitnessstudios, Mitgliedschaften.
- Telefon, Internet, Energie und andere Versorger.
- Domains und Webhosting, die man leicht vergisst und die ablaufen können.
5. Fotos, Dateien und Erinnerungen
- Cloud-Speicher (iCloud, Google Drive, Dropbox, OneDrive).
- Wo die wichtigsten Fotos und Videos gespeichert sind.
- Was heruntergeladen und aufbewahrt werden soll, und von wem.
6. Soziale Netzwerke
- Jedes Konto, und ob es in einen Gedenkzustand versetzt oder gelöscht werden soll.
- Der Nachlasskontakt, den Sie festgelegt haben, wo die Plattform das erlaubt.
7. Integrierte Nachlasseinstellungen
- Apple Nachlasskontakt: eingerichtet, Zugriffsschlüssel an die richtige Person weitergegeben.
- Google Kontoinaktivität-Manager: eingerichtet, Vertrauenspersonen ausgewählt.
- Notfallzugriff im Passwortmanager, falls Sie einen nutzen.
8. Wichtige Dokumente
- Wo Ihr Testament liegt und wer Ihren Nachlass verwaltet.
- Grundbuchunterlagen, Fahrzeugpapiere, Verträge.
- Ausweisdokumente sowie eventuelle Patientenverfügungen oder Vollmachten.
- Kontaktdaten Ihrer Anwaltskanzlei, Ihres Notariats, Ihrer Steuerberatung oder Finanzberatung.
9. Arbeit und Unternehmen
- Arbeitskonten, die Ihr Arbeitgeber zurückholen muss.
- Geschäftskonten, Kunden, die informiert werden müssen, und wer übernehmen kann.
10. Ihre Wünsche
- Was aufbewahrt, geteilt, heruntergeladen oder gelöscht werden soll.
- Persönliche Nachrichten an die Menschen, die Sie lieben.
- Was lieber privat bleiben soll.
Wo Sie das alles aufbewahren
Diese Liste ist sensibel: Zusammen ergibt sie eine Landkarte Ihres Lebens. Bewahren Sie sie nicht als einfaches Dokument auf Computer oder Handy auf. Gute Möglichkeiten sind ein Passwortmanager mit Notfallzugriff, ein versiegelter Umschlag bei Ihrer Anwaltskanzlei oder Ihrem Notariat oder ein verschlüsselter Tresor, der zum Weitergeben gedacht ist. Wofür Sie sich auch entscheiden: Sagen Sie Ihren Vertrauenspersonen, wo sie liegt, und gehen Sie sie einmal im Jahr durch.
Hinweis: Ein digitaler Nachlassplan hilft Ihrer Familie, Dinge zu finden. Er ersetzt kein Testament und ist keine Rechtsberatung.